Montag, 29. März 2010

Smells like teen spirit

Die Zeit als Teenager ist die vielleicht aufregendste eines Lebens, weil man den Moment bewusster wahrnimmt als ein Kind und die letzten großen Entdeckungen macht, bevor man erwachsen wird. Aber war früher wirklich alles besser?

Als ich dreizehn war liebte ich ein Mädchen aus meiner Klasse. Ihr Name war Lara. Sie hatte lange, leicht gewellte Haare, die dermaßen blond waren, dass man sie im Dunkeln immer sah. Wenn sie nach den Sommerferien aus dem Urlaub zurückkam, war ihre Haut jedes Mal Madagaskar-Ebenholzbraun – wodurch ihre Haare noch heller wirkten – und fühlte sich ein wenig an wie Sandpapier (was ich erst herausfand, als unsere Arme sich „zufällig“ streiften). Ein Jahr lang war ich in sie verliebt – vielleicht warens aber auch nur ein paar Wochen; als Teenager neigt man dazu, alles immer etwas zu dramatisieren. Ich wusste, dass ein Klassenkamerad auch etwas von ihr wollte. Er war der bessere Sportler als ich, und da in Filmen die Sportskanonen immer die hübschen Mädchen bekommen, sah ich Madagaskar-Ebenholzbraun bis schwarz für mich. Doch schließlich, einen Tag nach einem Klassenausflug ins Phantasialand, gestand sie mir mithilfe eines umständlichen und verzweigten Monologs ihre Gefühle für mich. In diesem Moment fühlte ich mich tatsächlich wie in einem Film, und ich war der Außenseiter, der am Ende gegen die Sportskanone gewinnt und das Mädchen doch bekommt.

Der Verlauf unserer „Beziehung“ – und in diesem Zusammenhang sind die Anführungszeichen dick zu unterstreichen – beschränkte sich jedoch auf Händchenhalten, Kino und Küssen, nachdem von drei heruntergezählt wurde. Ich erinnere mich gar nicht mehr, wie das Ganze schließlich auseinander ging. Filme bereiteten einen nicht darauf vor, da in dem Moment, in dem der Außenseiter das Herz des Mädchens gewonnen hat, immer ausgeblendet wird. Wahrscheinlich merkten wir beide nach einer gewissen Zeit, dass wir füreinander bloß eine Erinnerung sein sollten; eine Anekdote, die sie und ich eines Tages, wenn wir unseren Kindern von unserer Jugend erzählten, höchstens in einem kurzen Satz abhandeln würden.

Viel von dem, was Du als vermeintlich Erwachsener über diese Zeit verklärst, verklärst Du bereits während dieser Zeit. Wenn Du als Teenager verliebt bist, ist es für immer. Wenn Du zu den Ältesten auf der Schule gehörst, bist Du erwachsen. Du glaubst, das Leben hält Dir alle Möglichkeiten bereit, und dass Sterblichkeit nur eine Sache des Alters ist. Du bist der Überzeugung, dass Du Dir gewisse Dinge verdienst. (Bis Du irgendwann darauf kommst, dass das Leben Dir nichts schuldig ist und deswegen alles passieren kann.)

Natürlich ist es recht einfach: Wenn das Leben auch nicht alle Möglichkeiten bereit hält, so bietet es doch immer verschiedene Alternativen. (Die alle gut oder alle schlecht oder ein Mix aus beidem sein können, wobei es dann an Dir liegt, mit deiner Wahl nicht ins Klo zu greifen.) Nun wird der ein oder andere sagen: „Oho, ganz schön lebenserfahren, der Herr. Wie alt bist du? Sechzig?“ Ich bin dreißig und halte es durchaus für möglich, dass Einsicht nichts mit dem Alter zu tun hat, sondern mit einer gesunden Einstellung. Wenn Du glaubst, immer alles richtig gemacht zu haben, wirst Du auch mit sechzig nicht klüger sein. Ich für meinen Teil bin mittlerweile zum Beispiel klug genug, unter Menschen nicht mehr zu tanzen, eine Erkenntnis, die ich ohne meine Teenagerzeit nie gewonnen hätte.

Mit vierzehn besuchten meine Klassenkameraden und ich eine nahegelegene Tanzschule, weil alle dorthin gingen. (Samstags Disco bis elf, Sonntagnachmittags um drei Tänzchen bei Kaffee und Bingo. Ich weiß, das klingt eher nach Highlife im Seniorenheim.) Natürlich war das bloß ein Vorwand, um Mädchen kennenzulernen. Diese von den Eltern finanzierte Balzerei fand ihren Höhepunkt jedes halbe Jahr, wenn ein Kurs sich seinem Ende näherte und der Abschlussball bevorstand. Ich kann mich kaum an aufregendere Abende aus dieser Zeit erinnern, als die Jungs und ich uns in schlecht sitzenden Anzügen und mit fiesen Frisuren trafen, um uns gemeinsam zum festlich dekorierten Ballsaal fahren zu lassen. Einmal hatte ich meine Haare duschnass mit Haarspray vollgesprüht, bis sie kurz darauf dermaßen hart waren, dass man mich nach einer Sicherheitskontrolle am Flughafen als „schwerbewaffnet“ eingestuft hätte. Dererlei Geschmacksentgleisungen gehören wohl zum hormonellen Prozess der Pubertät.

Ein Mädchen hatte ein Auge auf mich geworfen und sich anscheinend das ganze vergangene Halbjahr nicht getraut, mich nach einer Verabredung zu fragen. Mir war schon länger bewusst gewesen, dass sie was von mir wollte, und ich hatte mich auch immer gut mit ihr verstanden. Mehr gab es von meiner Seite gefühlsmäßig jedoch nicht zu bieten. Als sie sich bei einem Abschlussball endlich ein Herz fasste und wir uns zum Kino verabredeten, wirkte sie so überglücklich, dass ich ein schlechtes Gewissen bekam. Ich machte ihr Hoffnungen, wo es keine gab. Zu der Verabredung ist es letztendlich nie gekommen, stattdessen kam es wie es kommen musste: sobald Gefühle mit im Spiel sind, wird aus dem Spiel Ernst. Ich frage mich, ob sie mich heute als einen der Ersten in Erinnerung hat, der ihr das Herz brach, oder ob ich für sie auch bloß eine kleine Anekdote bin. Wahrscheinlich geht es ihr so wie mir mit ihr und sie weiß nicht mal mehr meinen Namen.

Als ich einsah, dass ich nie ein Fred Astaire werden würde und mich in den Kursen mehr und mehr die Schwerzusteuernden um einen Tanz baten, meldete ich mich ab. Silberabzeichen, immerhin. Ich bin froh, das hinter mir zu haben. So wie ich froh bin, kein Teenager mehr zu sein. Die Unsicherheit, der Druck an der Schule, die Versagensängste, die hochstilisierten Problemchen. Früher war eben meistens erst dann alles besser, wenn man es endlich hinter sich gelassen hatte.

Montag, 22. März 2010

Free Falling

Was macht ein gutes Album aus? Die Songs, klar. Du brauchst einen Produzenten mit Geschmack und Sensibilität, ein Team, das Dir keinen Zucker in den Hintern bläst, und eine Plattenfirma mit einem Plan. Aber gute Alben gibt es einige. Die Frage, die mich die letzten Jahre umtrieb, war vielmehr, was ein solches Album persönlich werden lässt, und zwar nicht nur für den Sänger/Songwriter, sondern genauso für den, der es sich anhört (und zwar unabhängig davon, ob es nachher geliebt, gehasst oder ignoriert wird). Ich bin noch nicht komplett dahintergekommen, aber ein entscheidender Punkt ist in diesem Prozess ganz sicher die Unbarmherzigkeit des Songwriters sich selbst gegenüber.

Dafür war es unerlässlich, dass ich Texte in meiner eigenen Sprache schreibe. Manche der Lieder für mein neues Album sind derart intim, dass ich mich jedes Mal, wenn ich sie jemandem vorspielte, fühlte, als lege ich mein Seelenleben frei. Und genauso ist es ja auch. Dabei ist es mir wichtig, dass die Songs sich nicht bloß um meine speziellen Sorgen und Gedanken drehen, sondern dass sie trotz aller Intimität universelle Themen und Gefühle ansprechen. Ich singe ja nicht nur für mich, sondern in der Hauptsache für ein Publikum, ansonsten müsste ich die Musik nicht veröffentlichen. Darum sind es Songs geworden, die von dem erzählen, womit jeder sich irgendwann beschäftigt: Trauer, Einsamkeit, dem Blick zurück auf unbeschwerte Tage, Verlust, aber auch von der unbändigen Freude am Leben, Hoffnung, der Euphorie aufkeimender Gefühle und Freundschaft. Es sind kleine Geschichten aus dem Alltag. Sonntagnachmittagmusik, wie ich es nenne. Perfekt, um dabei an einem melancholischen Sonntag vom Fensterbrett aus die verwirrende Welt da draußen zu betrachten.

Komponiert ist ein Song in der Regel schnell. Der Text ist es, der aus einem Lied ein Kleinod machen kann und daher besonders viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich versuche, die Geschichten mal mit ironischem Blick, mal mit Melancholie zu erzählen. Stark präsent ist auf diesem Album das Thema „Verlust“. Dennoch gleicht auch von diesen Songs keiner dem anderen: In dem Lied „Schlaflos“ geht es um das Bereuen eines Fehlers, wegen dem man einen nahestehenden Menschen verloren hat. In „Ohne dich“ feiere ich mit einem humorvollen Text die Trennung von jemandem, der nicht gut für mich war. In „Allie“ geht es um den einen Menschen, der Dein Leben nur kurz berührt hat und Dir – vielleicht gerade deswegen – für immer in Erinnerung bleiben wird. „Verlust“ ist vielleicht kein massentaugliches Thema, aber die Songs legen den Finger in Wunden, um diese anschließend heilen zu lassen, und das kann jeder von uns irgendwann einmal gebrauchen. Das Entscheidende bei diesem Album ist, dass es immer die Aussicht auf Hoffnung bereit hält.

Ich werde demnächst in einigen Blogs die Geschichten hinter den Songs beleuchten, die Ideen und den Entstehungsprozess (und dabei ein wenig jammern, wie anstrengend es war und wie oft ich Lust hatte, alles hinzuschmeißen – Selbstmitleid ist eine herrliche Form von Seelenbalsam). Ein paar Fakten will ich euch aber jetzt bereits darüber verraten: Das Album wird „Zwischen den Zeilen“ heißen. Mir gefiel der Titel von Anfang an, weil – egal, was wir alle nach außen über uns verraten – zwischen den Zeilen immer die Wahrheit steht. Es wird 15 Songs beinhalten, die (im besten Fall) hinterher ein großes Ganzes ergeben. Wir haben 2003 mit der Arbeit daran begonnen und sind Anfang 2010 fertig geworden. Eine Wahnsinnszeit. Das Schwierige dabei war nicht das Schreiben der Songs, sondern das Finden des richtigen Sounds. Dafür haben wir Jahre gebraucht. Es sind durchweg Eigenkompositionen. Bis auf ein paar Ausnahmen lief es immer auf die Weise, dass ich mit einem meiner guten Freunde – Claudio Pagonis, Martin Fliegenschmidt oder Kiko Masbaum – die Musik komponierte und mich dann allein zu Hause einschloss, um den Text dazu zu schreiben. Dabei kam es nicht selten vor, dass ich komplette Texte mehrfach austauschte. Als passionierter Schreiber bin ich der Meinung, dass ein guter Text darüber entscheidet, ob ein Lied Wert hat oder nicht. Und nun seid ihr es, die entscheiden. Jeder für sich.

„Zwischen den Zeilen“ ist möglicherweise kein Album, das von jetzt auf gleich die Charts erobert. Es ist ein ruhiges, zurückgenommenes Album; eines, das Phrasen so gut es geht vermeidet und sich seine Zuhörerschaft verdienen will. Aber ich wäre nach all der Zeit nicht wieder an die Öffentlichkeit getreten, wenn ich nicht überzeugt davon wäre, dass diese Songs mit ihren Geschichten Menschen tief rühren können. Dass sie für diejenigen sprechen, die nicht die passenden Worte für ihren Schmerz, ihr Glück, ihre Sorgen und ihr Hoffen finden. Mit diesem Album beginne ich ganz von vorne, es ist für mich mein Debutalbum. Und nun ist es, als hätte ich Anlauf genommen und wäre mit rasender Geschwindigkeit auf einen Abgrund zugelaufen. Ich befinde mich im freien Fall, weiß nicht, wie und wo ich landen werde und ob mich irgendjemand auffängt. Aber selbst wenn der Aufprall hart wird und ich auf dem Boden der Tatsachen lande, werde ich doch nie bereuen, Anlauf genommen zu haben. Jeder einzelne Song war den Sprung ins Ungewisse wert, und ich glaube, dass dieses Album wie ein Rettungsnetz funktionieren kann - für mich, genauso wie für den ein oder anderen unter euch, der sich im Laufe seines Leben auch ab und zu im freien Fall befindet.

Montag, 15. März 2010

Runaway train

Zugfahren, ein Drama in mehreren Stationen. Es ist gar nicht lange her, da freute ich mich auf die nächste Fahrt mit der Bahn, weil ich dort ein wenig Ruhe zu finden glaubte und es nicht so eine Warterei gibt wie auf einem Flughafen. Nun sitze ich in meinem Abteil, und noch bevor der Zug abfährt, verkündet die aufdringlich laute Stimme aus den britzeligen Lautsprechern, dass die Abfahrt sich verzögert – technische Probleme. Während ich überlege, wann ich das letzte Mal in einem Zug saß, der die gesamte Fahrt über keine Probleme, keine Verspätung oder dergleichen hatte, werfe ich noch einmal einen Blick auf die Reservierungsschilder. Eigentlich soll mein Platz nicht reserviert, also frei sein, aber auch was das angeht gab es schon die ein oder andere lästige Überraschung – technische Probleme, Sie wissen, was ich meine.

Der Zug rollt an. Sieben Minuten Verspätung, geht ja noch. Ich freue mich darauf, endlich mal wieder Gelegenheit zu bekommen, in meinem Buch weiterzulesen (zu dem Zeitpunkt McCanns „Die große Welt“), als mich die nächste Lautsprecherdurchsage zusammenzucken lässt. Der Schaffner verkündet, was allen längst bewusst ist: „Sieben Minuten Verspätung. Bla, bla. Bla, bla. Wir bitten um ihr Verständnis.” Klar, wenn Du endlich die Klappe hältst, denke ich. Aber noch bevor ich eine weitere Seite lesen kann, rauscht es wieder durch die Lautsprecher. Wir erreichen bereits den ersten Bahnhof. Es werden Anschlusszüge genannt, der Schaffner wünscht einen angenehmen Aufenthalt, bedankt sich artig (jedoch arg aufgesagt) für die Reise mit der Deutschen Bahn und wiederholt das Ganze noch mal auf Englisch – für die „zahlreichen“ englischsprachigen Gäste im Zug von Köln nach Freiburg … „Sänk you for träveling wis Deutsche Bahn!“ – „You’re welcome, Fullhorst!“ Als eine Minute später eine dienstliche Durchsage getätigt wird, gebe ich entnervt auf und beschließe, diesen Blog zu schreiben. Und – oh Wunder: Seit ich zu schreiben begonnen habe, gab es nicht eine einzige Durchsage. Nur eine junge Frau rumpelt in zügigem Tempo mit ihrem Snackwagen durch den Gang.

Doch dann: kaum habe ich geschrieben, dass es seit ein paar Minuten keine Durchsage gibt, kommt natürlich die Nächste: „In unserem Bordrestaurant begrüßen wir Sie gerne mit unserem reichhaltigen Angebot an Speisen …“ Der Schaffner zählt ein, zwei Gerichte auf und nennt danach den unverschämt hohen Preis, in einem Ton, als mache er mir „das Angebot, dass ich nicht abschlagen kann.“ Bevor ich auf den Gedanken komme, ihm den Kopf abzuschlagen, versuche ich es mit Humor zu nehmen. Gelacht, um nicht zu weinen in einer alternativen Variante. Es könnte schlimmer sein. Als vor ein paar Jahren dieser heftige Sturm über Deutschland fegte, brauchte ich für die Bahnstrecke von Berlin nach Köln ganze fünfundzwanzig Stunden. (Inklusive Übernachtung in Hannover; zu meinem Glück wurden am Bahnhof Hotelgutscheine verteilt – zu meinem Pech erfuhr ich das erst, als es keine mehr gab.)

Und Fliegen ist auch nicht immer schöner. Ich erinnere mich an einen Flug von Köln nach München. Eigentlich eine kurze, harmlose Strecke. Leider zog jedoch direkt vor uns ein Gewitter auf. Die riesige Wolkenwand, die sich scheinbar urplötzlich aufgebaut hatte, sah aus, als befand ich mich in einem Film von Roland Emmerich. (Wie sehr ich mir in dem Moment wünschte, ich würde den „Day after tomorrow“, also den übernächsten Tag, noch erleben.) Ich war nur einer von vielleicht sechs, sieben Passagieren, sah etwas entfernt Blitze zucken und nach einem Augenblick bloß noch diese schwarzgraue Wolkenwand. Der Pilot gab die mutmachende Durchsage, dass wir uns anschnallen sollten, da es etwas ungemütlich werden würde, und als selbst die Stewardess recht unentspannt durch die Gänge hetzte, wurde es mir ein klein wenig mulmig. Na ja, ich habs ja überstanden. Aber so ein Gewackel habe ich seitdem nicht mal in einem Zug der Deutschen Bahn erlebt.

Apropos Deutsche Bahn. Was glauben Sie ist gerade passiert? Richtig: Es gab eine Durchsage. Und warum gab es die? Richtig: Der Zug ist „außerplanmäßig zum Halten gekommen“. Noch während ich innerlich flehe, dass der Schaffner den Grund dafür einfach für sich behält, schallt es durch die Lautsprecher: „Technische Probleme.“ Ach ja, die Deutsche Bahn – Willkommen im Einundzwanzigsten Jahrhundert. Ich beschließe, dieses Unternehmen „außerplanmäßig zum Kotzen zu finden“, aber dafür müsste ich auf die Bordtoilette gehen und das ist auch nicht gerade empfehlenswert.

Ich gebe zu, es ist einfach, sich über die Deutsche Bahn zu mokieren (wobei es dieses Unternehmen einem in der Hinsicht – wenigstens in der – auch wirklich leicht macht). Dabei ist bei der Bahn längst nicht alles schlecht. Zugegeben, die Sitze sind auf Dauer nicht sonderlich bequem. Ja, ja, auch das Personal lässt es manchmal an Freundlichkeit vermissen. Und ja: ICH WEISS, die ständigen, meist überflüssigen Durchsagen machen einen wahnsinnig. Im Winter sind die Züge immer überheizt, im Sommer holst Du Dir in den Wagen eine Erkältung. Die Strecke Berlin – Köln ist ständig überfüllt, und das Management versagt pünktlich dann, wenn die Natur mit Stürmen oder Schnee ihr eigenes Spiel spielt. (Man kann von einem intelligenten Unternehmen nun wirklich nicht erwarten, dass es im Winter auf Schnee eingestellt ist …)

Kaum hat die Bahn wieder Fahrt aufgenommen, höre ich: „Butterkuchen zum Nachmittagskaffee im Bordbistro“, Teil der gerade laufenden Durchsage. Ob wir wohl demnächst mit Werbespots im Zug rechnen müssen? Oder mit TV-Hinweisen? Bundesliga-Ergebnisse werden ja bereits verkündet, obs interessiert oder nicht. (Ja, mich interessierts, aber mir reichts, wenn ich mir dererlei Infos etwas später im Internet hole.) Verspätungen, Kuchen, technische Probleme, Bundesliga-Ergebnisse – Kein Wunder, dass man die Schaffner nach der Fahrkartenkontrolle nicht mehr zu Gesicht bekommt. Ich wünschte, die verdammten Lautsprecher würden mit einem Schlag ihren Geist aufgeben. Wo sind die technischen Probleme, wenn man sie braucht?

Ich bin umgestiegen – planmäßig – und sitze nun in einem überfüllten Zug, in dem es penetrant nach Mettwurst riecht – in MEINEN Plänen ist DAS garantiert NICHT vorgekommen. Neben mir stickt eine Frau in einem viel zu weiten Wollpullover konzentriert eine Blume. Mein Vordermann hievt einen Zwei-Zentnerkoffer in die Ablage über mich. Wenn der mir auf den Schädel knallt, bekomme ich einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde für das kürzeste Comeback aller Zeiten. Meine Sitznachbarin holt aus einer Tasche an ihrem Pulli immer wieder eine kleine Klappschere hervor, um den Faden zu kürzen. In ein Flugzeug wäre sie damit nicht gekommen. Falls sie einen Anschlag mit dem Ding plant, halte ich mich vorsorglich in der Nähe des Nothammers auf, damit ich uns alle vor der Irren bewahren kann. (Die Wahrscheinlichkeit, dass diese frriedliebende Frau mit ihrer stumpfen Schere ein Blutbad anrichtet, erscheint mir jedoch nicht besonders hoch.)

Wir erreichen den nächsten Bahnhof. Während der monotonen Durchsage schläft der Schaffner beinahe ein, so scheint es (würde er doch nur), und auch hier darf das obligatorische „Sänk you for trävelling wis Deutsche Bahn“ natürlich nicht fehlen. Ein „TH“-Kurs für deutsche Schaffner sollte zur Grundausbildung gehören.

Vor mir telefoniert der Typ mit dem Monsterkoffer betont laut, damit es auch jeder mitbekommt: „Rainer … Zwölf Kilo! Wenn ichs dir doch sage. Zwölf! Ich mach doch grad die Atkins-Diät. Rainer, bald bin ich am Idealgewicht.“ Ich führe mir noch mal vor Augen, wie der Typ seinen Koffer in die Ablage hievte. Sein „bald“ scheint mir äußerst gewagt, wenn man bedenkt, dass er bis zum medizinisch vertretbaren Idealgewicht noch weitere zwölf Mal zwölf Kilo abnehmen muss. „Rainer, lass uns das heute abend bei einem schönen Essen feiern“, sagt der Typ. „Ich hab mal wieder so richtig Lust auf ein ordentliches Schnitzel.“ Wahrscheinlich bestellt er sich gleich ein Stück Butterkuchen.

Von der Frau neben mir erfahre ich zwischenzeitlich, dass sie bereits sechs Stunden unterwegs ist – Oh Gott, ein Martyrium der immergleichen Durchsagen. Sie hat mein Beileid.

Ich nähere mich meinem Ziel. Als ich aufstehe sehe ich, dass der Mettwurstgeruch von dem Typ mit der Atkins-Diät kommt. Er hat ein kleines Holzbrett vor sich liegen und schneidet sich mit einem Messer immer wieder Scheiben von der pentrant riechenden Wurst ab. So lässt sich jede Diät aushalten. Wenn Rainer das wüsste …

In ein paar Minuten bin ich da. Ich lasse die finale Durchsage über mich ergehen, verabschiede mich innerlich von Rainer, von dem Mettwursttyp und der Klappscherenfrau und stelle mich zum Ausstieg bereit in den Gang. Die letzte Station des Dramas „Zugfahren“ findet ein gutes Ende. Keine technischen Probleme, kein außerplanmäßiges Halten. Und irgendwie, so geht es mir durch den Kopf, ist die Bahn wie das Oktoberfest: Es ist gut, dass es sie gibt, aber erträglich ist sie nur in Maßen.

Montag, 8. März 2010

Tomorrow on the runway

Neulich wurde ich gefragt, wann ich die Entscheidung getroffen hätte, wieder ins Musikbusiness zurückzukehren, und ich sagte: „Nie. Weil ich nie die Entscheidung getroffen habe, nicht zurückzukehren.“

Wenn ich mein Leben mit einem Kalenderspruch betiteln sollte, wäre es folgender: „Es kommt meistens anders als man denkt.“ In das Poesiealbum meiner Freunde schrieb ich als Achtjähriger unter der Kategorie „Was ich einmal werden will“ zuerst „Koch“ und dann ziemlich bald „Schauspieler und Schriftsteller“. Der Gedanke, Musiker zu werden, Songs zu schreiben und diese vor einem Publikum zu singen, wäre mir nicht mal im Traum gekommen. (Bei einer Musikaufführung in der Grundschule hatte man mir den Part der Triangel zugeteilt, was bereits alles sagt.) In den folgenden Jahren schrieb ich zwar immer wieder Liedchen mit ungeschickt zusammengereimten Texten, aber dass in mir der Wunsch gärte, dem eines Tages auf professionelle Weise nachzugehen, war mir nicht bewusst.

Das änderte sich erst, als ich Jahre später Jens Rodenberg, der zu der Zeit Regieassistent bei „Verbotene Liebe“ war, kennenlernte und wir eines Abends in eine Karaokebar gingen. (Genau genommen war es ein Spielecenter mit zwei Karaokekabinen.) Der Eintritt war erst ab achtzehn gestattet, und weil ich noch ein halbes Jahr zu jung war, schlich ich mich immer flink hinein, bevor mich eine der Bedienungen entdeckte. Ich habe keine Ahnung, was Jens damals in meiner Stimme zu erkennen glaubte. Wir nahmen ein paar Songs auf Minidisk auf, und wenn ich mir diese alten Aufnahmen heute ins Gedächtnis rufe, fällt es mir schwer nachzuvollziehen, wie er auf die Idee kam, damit könne man eine Musikkarriere starten. Aber schon bald darauf setzten wir uns mit einem Freund von Jens zusammen und schrieben zwei Songs, obwohl wir das beide in dieser Form noch nie getan hatten. Ich mochte die Lieder, glaubte aber nicht, dass sie irgendwen großartig interessieren würden. Sie hießen: „That’s my way to say goodbye“ und „In heaven“.

Die Idee, meine erste Single in der Serie unterzubringen, fand bei Grundy Ufa, der Produktionsfirma, schnell Anklang. Sie strickten eine dramatische Geschichte, in die das Lied eingeflochten werden sollte, und boten mir verschiedene Fremdkompositionen an, aber ich bestand auf die eigenen Songs. Durch eine Vetragslücke (die danach geschlossen wurde) war es uns möglich, unabhängig von Grundy Ufa nach einer Plattenfirma zu suchen. Es gab große Aufstände von Seiten der Serienmacher. Es wurden Anwälte herbestellt, die wohl Eindruck machen sollten, aber auch nicht verhindern konnten, dass wir unser eigenes Ding durchzogen.

Eine kleine Plattenfirma, Chlodwig Music, die bisher eher auf kölsche Musik und Comedy spezialisiert war, zeigte Humor und nahm mich unter Vertrag. Wir drehten ein Video in New York, mit einer Filmpartnerin, die viel mehr dem Geschmack des Regisseurs entsprach als meinem. Wir machten Fotos für das Singlecover und kümmerten uns um das Artwork. Ich rechnete mit nichts. Und dann kam alles.

Als „That’s my way to say goodbye“ Ende August 1998 auf Platz 86 einstieg, glaubte ich zu träumen. Nie hätte ich damit gerechnet, meinen Namen in den Charts wiederzufinden. Ich war derart naiv an die Sache herangegangen, dass ich einfach gedacht hatte, es würde den ein oder anderen Musikauftritt geben und das wäre es dann. Eine Woche später stand die Nummer auf Platz 37, auf dem Media-Control-Board mit einer kleinen Rakete versehen, für die Songs, die besonders große Sprünge machten. Und als eine weitere Woche verging und der Song in die Top 20 geklettert war, wusste ich schon nicht mehr wie mir geschah. Die Bravo rief an und wollte eine Titelgeschichte machen. Harald Schmidt lud mich in seine Sendung ein. Bei meinem ersten Viva-Auftritt warteten mehrere hundert Fans draußen auf mich. Es ging auf einmal alles so schnell, dass ich gar keine Gelegenheit bekam zu realisieren, was da passierte. Jahrelang hatte ich bei einer Serie mitgespielt und war niemandem großartig aufgefallen, und mit einem Schlag kannten alle meinen Namen und jeder wollte was von mir. (Ein Autogramm, ein Foto, meine Zuneigung oder einfach nur, dass ich wieder aufhörte zu singen.) Dass der Erfolg selbst für die Plattenfirma überraschend kam zeigt sich in der Tatsache, dass wir kein Album in der Hinterhand hatten, und da ich mit Promoterminen und Dreharbeiten verplant war, würde es auch nicht so bald zu einer Veröffentlichung kommen. Zudem hatten wir nur einen einzigen weiteren Song: „In heaven“. Den nahmen wir mit einem Gospelchor auf, drehten ein unverschämt teures Video in L.A. und brachten ihn im November 1998 heraus. Auch die Nummer wurde ein Hit. Und noch immer hatten wir kein Album.

Das erschien erst ein Jahr nach Veröffentlichung von „That’s my way to say goodbye“, zusammen mit der vierten Single „Forever tonight“, einem Coversong von Peter Cetera, den ich auf einer alten Kassette entdeckt hatte. Mein Plattenboss glaubte nicht so sehr an die Nummer, brachte sie nach meinem vehementen Dafürsprechen aber doch als Single heraus. (Später gab er mir gegenüber zu, dass er Unrecht gehabt habe, was ich äußerst stark von ihm fand.)

Ich hatte die Serie in der ARD hinter mir gelassen, einen Film für RTL gedreht und anschließend gleich mit den Arbeiten an einer neuen ZDF-Serie, „Nesthocker“, begonnen. So ging das eine ganze Weile. Ich hetzte von Dreharbeiten zu Promotionterminen, vom Songwriting zu Live-Auftritten, und schrieb nachts an Texten. Damit Ihr mich nicht missversteht: Das alles gefiel mir. Es war ein verdammt gutes Leben, das ich da führte. Aber irgendwann sehnte ich mich wieder nach ein wenig Normalität. Es war, als wäre ich auf einer stetig währenden Reise, und nun wollte ich meine Sachen packen und wieder nach Hause.

Wenn Du Dein Leben der Musik widmest, gehst Du eine Beziehung ein, in der der Andere das sagen hat. Irgendwann brauchte ich bloß eine Pause, einen gewissen Abstand, um schließlich mit einem neuen klaren Blick erkennen zu können, was ich so sehr daran schätzte, Musiker zu sein. Mittlerweile ist die Beziehung so fest wie nie. Sicher, es gibt immer noch hier und da ein paar missliche Töne und Verstimmungen. Aber die Leidenschaft ist zurück, und das ist sicher einer der Grundpfeiler für eine langanhaltende, stabile Beziehung.

Würde mir heute jemand sein Poesiealbum in die Hand drücken, ich würde unter dem Punkt „Was ich einmal werden will" tagesabhängig antworten.

An Tagen, in denen mir die Zeit zum Nachdenken fehlt, würde ich schreiben „Schriftsteller. Auteur. Ein stetig besser werdender Musiker. Schauspieler. Vater. Der Besitzer eines Hauses in der Provence." An ruhigen Tagen jedoch, wenn ich mich an den achtjährigen Jungen erinnerte, der ich einmal war, würd eich - auf dem Boden liegend und „Tomorrow on the runway " von Innocence Mission hörend - nur ein einziges Wort daneben kritzeln: „Glücklich."

Montag, 1. März 2010

Song for the asking

Die Schule, auf die ich ging, war ein ehemaliges Mädchengymnasium, noch dazu ein ehemaliger Nonnenbunker, an den ich heute, als ehemaliger Schüler, mit gemischten Gefühlen zurückdenke. Eigentlich war ich zu unangepasst für diese Schule, und wäre nicht meine ältere Schwester auch dort gewesen, meine Wahl wäre nach dem Ende der Grundschule sicher auf eine andere Alternative gefallen. Aber man kennt das ja: Am Tag der offenen Tür beeindrucken sie Dich noch mit offenherziger Freundlichkeit, im Chemieraum finden die tollsten Experimente statt, es gibt Kuchen, und alle Schüler haben ein sektenhaftes Strahlen auf den Lippen. Niemand bereitet Dich darauf vor, dass mit dem Beginn der fünften Klasse die Unbeschwertheit in Deinem Leben ein Ende hat. Alles bekommt auf einmal eine neue Ernsthaftigkeit: Das Lernen, die Liebe, das Leben auf dem Schulhof und außerhalb davon. Was mich an meiner Schule im Laufe der Zeit mit am meisten irritierte war der Umstand, dass ein wiederholtes Nachfragen im Unterricht als Versagen galt, so als wäre es ein Zeugnis meiner Begriffstutzigkeit, wenn ich etwas nicht auf Anhieb verstand. Ich war ein Mensch, der vieles hinterfragte (bin ich sicher immer noch, auch wenn ich mittlerweile mehr und mehr die Dinge als gegeben akzeptiere; eine manchmal äußerst angenehme Form, das Leben zu begehen). Selbst die logischsten mathematischen Formeln stellte ich infrage, auch wenn ich sie im Grunde verstand, was selten genug vorkam. Als Kind wird es als völlig normal akzeptiert, dass man Fragen über Fragen stellt. Aber kaum bist Du ein Teenager, erwarten alle, dass Du erwachsen wirst. Aber heißt erwachsen sein, keine Fragen mehr zu haben? Als Kind wusste ich zwar noch weniger über die Welt und das Leben als es heute der Fall ist, dennoch habe ich den Eindruck, dass sich die Fragen mit zunehmendem Alter häufen. Aber bekam ich früher die Antworten von Eltern, Geschwistern und anderen Verwandten, muss ich ihnen mittlerweile durch Erfahrungen selber auf die Spur kommen. Meist durch die schlechten, was letztlich auch gut sein kann, sich aber trotzdem schlecht anfühlt.

In der neunten Klasse fragte meine Klassenlehrerin mich, ob ich Lust hätte, eine Schülerzeitung zu entwickeln. Ich hatte und brachte eine Zeitung mit dem lieblichen Namen „Schocker – die Zeitung für die ganz Schlauen“ heraus. Alle zwei Wochen zogen ein Freund und ich in Artikeln unsere Lehrer und jeden einzelnen Schüler – uns selber eingeschlossen – durch den sprichwörtlichen Kakao. Meine Aufgabe dabei war das Schreiben der Artikel (hingeschmiert mit Bleistiften), zu denen mein Kumpel parodistische Bilder zeichnete (liebevoll ausgemalt mit Aquarellfarben, was aber keinen Unterschied machte, weil wir in schwarz-weiß druckten). Schon bald allerdings beschwerte sich eine Schülerin bei ihren Eltern, die daraufhin erbost der Klassenlehrerin Bescheid gaben. Und was dann folgte ist der große Stolz meiner kurzen Journalistenkarriere: Nachdem man meine Mutter zu einer extra einberaumten Lehrer-Eltern-Konferenz zitiert hatte, wurde die sofortige Einstellung der Zeitung angeordnet. Ich konnte es nicht fassen: Meine Zeitschrift war verboten worden. Cooler ging es nicht. Daraufhin erhöhte ich die Auflage, brachte „Schocker“ statt alle zwei Wochen wöchentlich heraus und verteilte die Exemplare unter der Schulbank. Eine Gruppe vorbildlich funktionierender Mädchen erhielt die Aufgabe, eine neue Zeitung zu konzipieren, in der ich gnädigerweise Artikel veröffentlichen durfte, die vorher abgesegnet werden mussten. Während die Mädchengruppe mit Berichten über Ponyhöfe und die Wahl des Klassensprechers durchgewinkt wurde, scheiterte ich bereits in der ersten Instanz mit meiner Idee, etwas über Massentierhöfe und die Wahl des Playmates des Jahres zu bringen.

Im Nachhinein betrachtet weiß ich natürlich, dass längst nicht jede meiner Entscheidungen die richtige war. Sicher gibt es etliche Sprüche, die ich hätte in Frage stellen sollen, um ziemlich bald zur Antwort zu gelangen, dass ich damit bloß die eigene Unsicherheit verdecken wollte. Viele Fragen, die ich an Lehrer richtete, blieben unbeantwortet. Viele Fragen, die sie mir stellten allerdings auch, was mich zu einem mittelmäßigen Schüler werden ließ. Auf eine Frage jedoch antwortete ich instinktiv und aus vollstem Herzen goldrichtig: Ich hatte die Hauptrolle in dem englischsprachigen Stück „Kes“ übernommen, eine Geschichte über einen Jungen, der mit seiner antriebslosen Mutter und dem tyrannischen Bruder unter einem Dach lebt und als einzigen Freund einen Falken hat. Das war genau eine jener Herausforderungen, die ich suchte: Eineinhalb Stunden in englischer Sprache, mit teilweise ellenlangen Monologen und pantomimischen Einlagen (da ein echter Falke nicht infrage kam und wir keinen Fünftklässler fanden, der sich dazu erniedrigen ließ, in einem Federkostüm alle zehn Sekunden Vogellaute von sich zu geben). Bei jeder Aufführung ging etwas schief, aber es machte einen Heidenspaß. Die Schuldirektorin zeigte sich beeindruckt, und als ein Jahr später das Angebot für eine Fernsehrolle kam und ich ihr Einverständnis brauchte, sagte sie „ja“.

In diesem Augenblick stelle ich mir die Frage, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, hätte ich nicht in diesem Schultheaterstück mitgespielt. Hätte ich nie die Möglichkeit bekommen, Rollen im Fernsehen zu übernehmen? Würde ich heute nicht mit meinem ersten deutschsprachigen Album aufwarten können und auf meiner Internetseite darüber schreiben? Ich weiß es nicht. Aber ehrlich gesagt gehören diese Fragen zu den wenigen, auf die ich auch gar keine Antwort erwarte.